close
 

Hinweis

Dieser Inhalt ist erst nach einer Registrierung verfügbar.

Registrieren Sie sich jetzt, um auf diesen Inhalt vom Jobsucher zugreifen zu können.

 
close
 

Hinweis

Bitte geben Sie einen Wohnort an.

Wählen Sie dabei bitte einen Ort aus der vorgeschlagenen Liste aus.

 

Bologna Reform

Bologna Reform in der Schweiz

Sie interessieren sich für die Bologna Reform? Sind Sie möglicherweise auch interessiert zu erfahren, welche Unternehmen Bachelor- oder Master-Absolventen suchen?

» Weitere Jobs anzeigen

Im Kontext der europäischen Zusammenarbeit wurde an den Schweizer Hochschulen das sogenannte Bologna Modell eingeführt, welches weitreichende Veränderungen mit sich zieht. Wie sich die Hochschullandschaft konkret wandelt und welche bildungspolitischen Auswirkungen die nicht unumstrittene Bologna Reform hat, wird sich in den Jahren nach der Konsolidierung zeigen.

Mit dem Ziel der Schaffung eines europäischen Hochschulraumes bis zum Jahre 2010, wurde 1999 von 27 europäischen Ländern der sogenannte Bologna Prozess lanciert. Die mittlerweile 47 beteiligten Staaten führen mit dem zweistufigen Studienmodell Bachelor, bzw. Master, also ein System einheitlicher Hochschulabschlüsse, ein. Das in diesem Zusammenhang geschaffene Punktesystem ECTS (European Credit Transfer System) ermöglicht die Anrechung vergleichbarer Studienleistungen, womit neben anderen Massnahmen die Mobiltität gefördert werden soll. Zur Sicherstellung der Hochschulreform wurden die sogenannten Bologna Richtlinien von der Schweizerischen Universitätskonferenz (SUK) erlassen, die eine einheitliche und koordinierte Umsetzung in der föderalistischen Schweiz mit den zahlreichen involvierten Akteuren garantieren soll. Den Hochschulen bleibt dabei erheblicher Gestaltungsspielraum. Die Umsetzungen unterscheiden sich dementsprechend, aber nicht nur zwischen den Hochschulen, sondern auch zwischen den verschiedenen Fakultäten und Instituten innerhalb einer Hochschule.

Bologna Reform und weitreichende Veränderungen

In erster Linie in Bezug auf die Schweizer Hochschullandschaft zieht das Bologna Modell weit reichende Veränderungen im ganzen Schweizer Bildungssystem mit sich. Bereits auf der Sekundarstufe II ist der Wandel spürbar: Einerseits wurde die Gymnasialzeit um ein Jahr gekürzt und an Stelle der ehemaligen Richtungen (Typus) werden nun ausdifferenziertere Module angeboten. Anderseits wird mit dem Bologna Modell die Matura für mehr Berufsausbildungen als vorher Voraussetzung. Konnte früher mit dem erfolgreichen Abschluss des Lehrerseminars (Ausbildung zur Primarlehrperson) ein Studium an einer Universität aufgenommen werden, wird neu die Matura Voraussetzung für den Primarlehrerberuf, der mit dem Abschluss eines Bachelor-Studiengangs ausgeübt werden kann. Aber auch zukünftige Lehrpersonen für Kindergärten oder musisch Begabte, die an einer Kunstschule studieren möchten, müssen neu eine Matura vorweisen. Mit der "Aufwertung" dieser ehemaligen Ausbildungsgänge zu Bachelor- und Masterstudien, hat sich auch die Zulassung verändert. Umso verständlicher ist es, dass junge Menschen, wenn irgendwie möglich, sich vermehrt für eine gymnasiale Maturitätsschule anstelle einer beruflichen Grundausbildung entscheiden. Eine Tendenz, die nur bedingt zu erklären ist mit der Unkenntnis von Eltern und Jugendlichen über die Aufstiegs- und Weiterbildungschancen des Berufsbildungssystems. Neben der Aufklärung über die Möglichkeiten des durch vertikale Durchlässigkeit gekennzeichneten Berufsbildungssystems wurden jüngst weitere Anstrengungen unternommen, die höhere Berufsbildung aufzuwerten, beziehungsweise Bolognakompatibel zu machen: Diskutiert werden englische Übersetzungen der Abschlüsse. Ob damit die höhere Berufsbildung attraktiver wird, ist abzuwarten.
Offen bleibt vorerst auch die Frage, ob mit der Bologna Reform langfristig eine allgemeine Aufwertung und Qualitätsverbesserung im Bildungssystem erreicht werden kann oder ob sich in der Praxis das Modell ins Gegenteil verkehrt.

Verwandte Suchbegriffe: Abschlüsse einer Hochschule